Braucht der Klimawandel neue Bilder?

© Benedikt Partenheimer

© Monica Alcazar Duarte

© Ami Vitale

© Solmaz Daryani

© Tim Wagner


Braucht der Klimawandel neue Bilder?


Ausstellung:  
21. bis 30. Mai 2021 an den Bahnbögen Hüttenstraße, K-Ehrenfeld im Rahmen von CityLeaks Urban Art Festival
Kinder-Workshop:  Präsentation ab dem 28. Mai 
Lectures & Panel:  25. bis 29. Mai 2021 online siehe jeweilige Veranstaltung

Artist Lectures mit Monica Alcazar-Duarte und Solmaz Daryani am 25. Mai


Artist Lectures #2 mit Benedikt Partenheimer
am 27. Mai



Artist Lectures mit Maria Teresa Salvati am 27. Mai



Artist Talk „Fotos for Future“ (online):
28. Mai 2021, 18 Uhr mit Teilnehmer:innen der KameraKinder Fotochallenge (im Rahmen von NEXT! Festival der jungen Photoszene). Moderation: Thekla Ehling

Abschlusspanel (hybrid):
29. Mai 2021, 18-20 Uhr mit Vivian Balzerkiewitz (Greenpeace), Pauline Bünger (Fridays For Future), Tim Wagner (Aktivist, Fotograf), Maria Teresa Salvati (Slideluck Editorial). Moderation: Prasanna Oommen




Im Jahr 2021 stellt sich mehr denn je die Frage, was noch alles gesagt und getan werden muss, um den fortschreitenden Klimawandel in das Bewusstsein der Menschen zu bekommen und ein Handeln zu provozieren. Welche aktive Rolle kann dabei die Fotografie spielen? In einer öffentlich rechtlichen Talkshow im Jahr 2020 formulierte die deutsche Klimaaktivistin Carla Reemtsma (u.a. Fridays for Future), dass es nicht mehr "nur um den Eisbär auf der Scholle“ ginge und rief dabei das in unser kollektives Bildgedächtnis übergegangene Motiv des abgemagerten Eisbären in einer zerberstenden Eislandschaft wach. Braucht der Klimawandel neue Bilder? Tragen die unzähligen Bilder, die wir durch die Medien tagtäglich zugespielt bekommen – von verwüsteten Naturlandschaften nach massiver Erdölförderung, von wild treibenden Plastikinseln auf dem Ozean oder von brennenden Wäldern – dazu bei, dass uns das Ausmaß der Vernichtung der Naturlandschaft bewusst wird oder führen sie lediglich dazu, dass wir bildmoralisch „abstumpfen“? Wenn die alten Bilder also irgendwie nicht mehr zünden, welche Bilder brauchen wir um aktiv zu werden? Braucht der Klimawandel neue Bilder?

Ausstellung / Präsentation im öffentlichen Raum


Im Rahmen von City Leaks Urban Arts Festival bespielt die Photoszene vom 21. bis 30. Mai einen Bahnbogen an der Hüttenstraße mit einer Präsentation von vier künstlerischen Arbeiten von Solmaz Daryani (GB/Iran), Monica Alcazar-Duarte (MEX/GB), Benedikt Partenheimer (D), Tim Wagner (D). In einem weiteren Bahnbogen wird die Projektion „Everything is connected“ von Slideluck Editorial gezeigt. Die teilnehmenden Künstler:innen sind Sana Ahmadizadeh (Iran), Igor Elukov (Russia), Pietro Lo Casto (Italy), Mattia Marzorati (Italy), Kaveer Rai (India), Isadora Romero (Ecuador), Michele Sibiloni (italy), Jakub Stanek (Poland), Misha Vallejo (Ecuador) und Ami Vitale (United States).

„Durch die Augen der Kinder“ – Kinder-Workshop und Ausstellung im öffentlichen Raum


in Kooperation mit NEXT! Festival der Jungen Photoszene, Slideluck Editorial und Kublaiklan
Eines der Schlüsselelemente des Workshops ist der Versuch, mit verschiedenen Generationen zu arbeiten, im Bewusstsein, dass das Problem des Klimawandels sehr wohl ein Generationenthema ist. In einer ersten Phase des Projekts lud Slideluck Editorial das Kollektiv Kublaiklan ein, eine Idee zu präsentieren, die auf die Vorgabe reagierte, junge Kinder einzubeziehen und die öffentliche Reichweite zu erweitern. Die Idee mit dem Namen "Durch die Augen der Kinder" bestand darin, mit Kindern (im Alter von 6 bis 10 Jahren) zu arbeiten und zu sehen, mit welchen Worten sie die Bilder der Kampagne „Everything is connected“ interpretieren. Die besten Sätze wurden als Sensibilisierungs-Kampagne in den Massenmedien und auf Plakatwänden verwendet, welche als interaktive Plakatkampagne ab dem 28.05. an der Subbelratherstr./ Ecke Hüttenstraße in Ehrenfeld zu sehen sein wird. Die Plakate sind mit einem QR-Code versehen, der die Nutzer zu einer Website führt, auf der sie mehr über das Projekt und die Bilder des Klimawandels erfahren können; alternativ ließ sich zu einem Ort führen, um die Projektion der zehn Projekte aus „Everything is connected“ zu sehen. In Zusammenarbeit mit der Photoszene und dem NEXT! Festival der Jungen Photoszene wird mit Klublaiklan und der Kölner Künstlerin Francesca Magistro ein Workshop mit Kölner Kindern realisiert. Die Statements der Kinder als Reaktion auf die Bilder des Klimawandels werden im öffentlichen Raum präsentiert. Somit wird die Nutzung der Fotografie über die üblichen Räume und Konsumgewohnheiten hinaus erweitert. 

Lectures & Panel Discussion / Referent:innen


Artist Lectures #1: 25. Mai 2021, 19 Uhr

Monica Alcazar-Duarte (Mexico / GB)  
Monica Alcazar-Duarte ist eine britisch-mexikanische kultur-interventionistische Non-Fiction-Fotografin. Ihre Art zu denken und zu sehen wurde durch ihr Leben als Migrantin tief beeinflusst. Monicas Arbeit erforscht den Wandel und konfrontiert immer wieder mit der menschlichen Besessenheit von Geschwindigkeit, Wachstum und einer besseren Zukunft. Ihre Praxis ist inspiriert von der Verbindung von Menschen, dem Bedürfnis nach Gleichheit und der sich ständig verändernden Welt. Durch ihre Arbeit präsentiert sie das Persönliche als treibende Kraft, um das Kollektiv zu aktivieren. Monica nutzt Fotografie, Zeichnung und Technologie, um rassische und ökologische Gerechtigkeit einzufordern und gleichzeitig die scheinbar neutrale Sprache der Wissenschaft zu hinterfragen. „Meine Arbeit hat verschiedene Stadien durchlaufen. Der Punkt, an dem ich mich jetzt befinde, beinhaltet die Suche nach Möglichkeiten, visuelle Repräsentationen für das zu schaffen, was unsichtbar ist.“ (aus Photoszene Instagram Takeover) 

Solmaz Daryani (Iran / GB) 
Solmaz Daryanis Arbeit ist vor allem dafür bekannt, dass sie die Themen Klimawandel und Wasserknappheit erforscht und sich dabei auf den Menschen und seine Beziehungen zur Umwelt, zu Gemeinschaften und Kulturen konzentriert. Ihr Projekt "The Eyes of Earth" wurde 2015 mit dem London Magnum Photos Grant, 2020 mit dem Alexandra Boulat Stipendium, 2018 mit dem PhotogrVphy Grant und 2021 mit dem FotoEvidence Book Award ausgezeichnet. Solmaz Daryani ist eine iranische Dokumentarfotografin. Sie ist Stipendiatin der Magnum Foundation, Stipendiatin der National Geographic Society und Mitglied von Women Photograph und Diversity Photo.

Artist Lectures #2:  27. Mai 2021, 19 Uhr

Maria Teresa Salvati (ITA) – Everything is Connected / Slideluck Editorial
Maria Teresa Salvati lebt in Bari (Apulien) und ist Chefredakteurin, Autorin, Verlegerin, Dozentin und unabhängige Kuratorin. Ihre Themen konzentrieren sich hauptsächlich auf Umwelt, politische und kulturelle Themen. Sie ist Chefredakteurin und Gründerin von Slideluck Editorial: Online- und Offline-Plattform für zeitgenössische Fotografie und Multimedia, die den sozialen Wandel fördert. 
EVERYTHING IS CONNECTED von Slideluck Editorial ist der letzte Biennale Open Call der Plattform im Jahr 2020, der sich auf das breite Thema des Klimawandels bezieht. Die zehn von einer unabhängigen Jury ausgewählten Arbeiten befassen sich mit verschiedenen Themen: Von Klimaereignissen über die Gemeinschaft der Cyber-Aktivisten im Amazonasgebiet, die gegen die Ausbeutung ihres Landes durch Ölfirmen kämpfen, bis hin zum Zusammenhang zwischen Luft- und Landverschmutzung und dem gesundheitlichen Zustand der Menschheit und zuletzt der Notwendigkeit, die Artenvielfalt für die Zukunft von Menschen, Tieren und der Erde zu schützen. Die ausgewählten Arbeiten werden multimedial umgesetzt und in verschiedenen Fotofestivals auf der ganzen Welt präsentiert. Was als Fotoprojekt begann, hat sich zu einem ganzheitlichen und multidisziplinären Experiment entwickelt, das verschiedene Disziplinen einbezieht, um an der Schaffung einer Denkfabrik teilzunehmen, die nach neuen Wegen der effektiven Kommunikation rund um das vielschichtige Thema Klimawandel forscht.
Die beteiligten Fotograf:innen sind: Sana Ahmadizadeh (Iran), Igor Elukov (Russia), Pietro Lo Casto (Italy), Mattia Marzorati (Italy), Kaveer Rai (India), Isadora Romero (Ecuador), Michele Sibiloni (italy), Jakub Stanek (Poland), Misha Vallejo (Ecuador) und Ami Vitale (United States).

Benedikt Partenheimer (D) 
Fragen im Zusammenhang mit den Auswirkungen eines exzessiven globalen Wirtschaftswachstums stehen im Zentrum von Benedikt Partenheimers künstlerischer Praxis. Für sein zweiteiliges Fotoprojekt Memories of the Future reiste der Künstler nach Alaska, um sich mit den manifesten Folgen des Klimawandels auseinanderzusetzen. Die in Zusammenarbeit mit Wissenschaftler*innen der University of Alaska entstandenen Fotografien Methane zeigen die Flamme einer Methangasblase, die sich unter dem Eis eines gefrorenen Sees gebildet hat. Partenheimers Bilder machen sichtbar, was mit freiem Auge nicht zu erkennen ist und solch fatale Folgen für das Erdklima hat: das Entweichen von Treibhausgasen durch das Auftauen der Permafrostböden. (Text Sophie Haslinger / Kunsthaus Wien). Benedikt Partenheimer studierte Fotografie an der RMIT University, Melbourne und der Parsons School of Design, New York. Sein Werk, international ausgestellt und ausgezeichnet, beschäftigt sich kritisch mit sozioökonomischen Fragen und ökologischen Transformationsprozessen. Benedikt Partenheimer lebt und arbeitet in Berlin.


Abschlusspanel (hybrid): 29. Mai 2021, 18-20 Uhr 
Panel Discussion „Braucht der Klimawandel neue Bilder?“
Live auf: dringeblieben.de

mit Vivian Balzerkiewitz (Greenpeace), Pauline Bünger (Fridays For Future),  Maria Teresa Salvati (Slideluck Editorial, Kuratorin) Tim Wagner (Fotograf u.a. Ende Gelände). Moderation: Prasanna Oommen


Vivian Balzerkiewitz ist verantwortliche Bildredakteurin bei Greenpeace für die Kampagne Kohle und Klima. Bis 2019 war sie als verantwortliche Fotoredakteurin der SZ am Wochenende tätig und kuratierte sechs Jahre lang Zeitungsseiten, arbeitete mit Fotografen an konkreten Geschichten und suchte Bilder oder ganze journalistische Fotoarbeiten. 

Pauline Bünger ist 19 Jahre alt und hat die Ortsgruppe von Fridays for Future in ihrer Heimatstadt Köln Ende 2018 mitbegründet und organisiert dort bis heute die Klimastreiks. Für anderthalb Jahre hat sie den Social Media Auftritt von Fridays for Future Deutschland hauptverantwortlich gestaltet. Pauline hat 2020 ihr Abitur absolviert und studiert Philosophie, Politikwissenschaften und VWL.

Maria Teresa Salvati lebt in Bari (Apulien) und ist Chefredakteurin, Autorin, Verlegerin, Dozentin und unabhängige Kuratorin. Ihre Themen konzentrieren sich hauptsächlich auf: Umwelt-, politische und kulturelle Themen. Sie ist Chefredakteurin und Gründerin von Slideluck Editorial: Online- und Offline-Plattform für zeitgenössische Fotografie und Multimedia, die den sozialen Wandel fördert.

Tim Wagner arbeitet als freiberuflicher Fotojournalist und studiert in Hannover Fotojournalismus und Dokumentarfotografie. Er hat seinen fotografischen Schwerpunkt auf der Umweltbewegung und politischen Protesten. 

Prasanna Oommen ist Moderatorin, Kommunikationsberaterin und Autorin. Sie arbeitet mit ihrem Team an den Schnittstellen von Kultur, Kultureller Bildung, Diversität, Digitaler Transformation und Politischer Kommunikation – in NRW und bundesweit. Sie ist aktives Mitglied und ehemalige Vorständin bei den Neuen Deutschen Medienmacherinnen und war vier als Performing und war vier Jahrzehnte als Performing Artist und Tanzvermittlerin tätig.