Philipp Goldbach

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Philipp Goldbach © Karin Ruëtz

Philipp Goldbach (*1978) lebt und arbeitet in Köln. Nach einem Studium der Kunstgeschichte, Soziologie und Philosophie an der Universität zu Köln und einem Studium an der Kunsthochschule für Medien Köln, promovierte Goldbach 2016 im Fach Kunstgeschichte an der Universität zu Köln.

Der Fotograf und Konzeptkünstler Philipp Goldbach nutzt eine breite Palette an Medien, um das Verhältnis zwischen Zeit, Sprache und Bild zu untersuchen. Die Endlichkeit der Speichermedien, seien es analoge Träger oder digitale Datenformate und Programmversionen, führen zu einem ständigen Migrationsprozess der Daten. Der Künstler unterbricht die Verbindung zwischen dem Trägermedium und dem Abgebildeten und bringt sie in eine neue Beziehung. Dafür experimentiert Goldbach mit Entwicklungsprozessen der analogen Fotografie und löst das Archiv als Medium der Übertragung von gespeichertem Wissen auf. 

In der großformatigen Installation ‚Via Lucis’ (2015) verbaut Goldbach über 150.000 Dias aus dem Bestand des Kunsthistorischen Instituts der Universität zu Köln. Die fotografischen Reproduktionen von Kunstwerken, die über 2000 Jahre Kulturgeschichte repräsentieren, werden auf einer Fläche von 2,5 x 8 Metern zu einem dreidimensionalen Wandbild mit einem flimmernden Zufallsmuster geschichtet. Das gezielte Auffinden von Einzelbildern wird unmöglich gemacht, der geschlossene Korpus eines geerbten Vermächtnisses aufgehoben und zugleich in eine digital anmutende Form überführt.

"Mich interessiert eine Perspektive auf das Gesamtarchiv, die letztlich nicht zu erlangen, aber in Schwellenmomenten näherungsweise möglich ist: wenn sich eine mediale Schicht - wie die des analogfotografischen Zeitalters - ablöst und ersetzt wird oder sich in der Ordnung des Archivs verschiebt."

Philipp Goldbach ist eingeladener AMA-Künstler im Rheinischen Bildarchiv (RBA). 
 
Seit November sind ca. 4.000 Archivkartons, die beim Umzug des Rheinischen Bildarchivs Köln ausgemustert wurden, als Teil des AMA-Projektes von Philipp Goldbach im Park von Burg Lede installiert. Der Verfallsprozess der Kartons wird dort vom Künstler in regelmäßigen Abständen fotografisch dokumentiert - genauso wie er zuvor die Umlagerung des Kartoninhalts durch Restaurator*innen in den Räumen des Rheinischen Bildarchivs begleitet hat. Im kommenden Jahr werden wir diesen Prozess bis zur Ausstellungspräsentation zum Photoszene-Festival im Mai 2021 mit Veranstaltungen und Spaziergängen in den Blick nehmen.


Recording: Damian Zimmermann. Edit: Silviu Guiman & Philipp Goldbach © Philipp Goldbach / VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Mehr Informationen zum Künstler hier: www.pgoldbach.de und auf unserem Vimeo-Kanal.

Mit freundlicher Unterstützung der Tsurumi (Europe) GmbH