Rosângela Rennó

© Julia Rennó

© Rôsangela Rennó

© Rôsangela Rennó

© Rôsangela Rennó

© Rôsangela Rennó


Rosângela Rennó (* 1962 in Belo Horizonte / Brasilien) lebt und arbeitet in Rio de Janeiro. Rennó studierte Bildende Kunst und Architektur an der Guignard University of Art of Minas Gerais in Belo Horizonte. Sie promovierte an der School of Communications and Arts in São Paulo. 

Als eingeladene Künstlerin setzte sich Rosângela Rennó mit der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln auseinander. Sie folgt der Erfolgsgeschichte des Kölner Originals Eau de Cologne und stellt dabei Fragen nach den Leerstellen der konventionellen Geschichtsschreibung. Ein Zeitstrahl soll die Entstehung des "Originals" und seiner zahllosen Plagiate, Aneignungen und Neuinterpretationen rekapitulieren. Eine Weltkarte aus ungefähr 150 Flakons bildet die territoriale Ausbreitung des Eau des Cologne auf der ganzen Welt ab. In diesem Archiv sind die Lücken und die Informationen zweifelhafter Herkunft ebenso wichtig wie die Dokumente, die bestimmte Fakten belegen.

Das Projekt wird aus zwei Teilen bestehen: 
Teil I   Das Archiv [mit den Ursprüngen]
Teil II  Die Sammlung Eaux des Colonies [im Aufbau]

Rosângela Renno (Zitat aus ihrer Videofilm):
"Im 18. Jahrhundert macht ein Industrieprodukt die Stadt und den Name Köln weltweit bekannt, dass der Ursprung dieser Bezeichnung fast in Vergessenheit geraten ist: Der Ausdruck Kölnisch Wasser wurde zum Gattungsnamen' Eau de Cologne', der wiederum für eine gewisse Konzentration von Parfüm steht. Ich wette, nicht mehr als 2 von 10 Brasilianern wissen, dass das "Kölnisch Wasser", das in den Regalen von Badezimmern und Apotheken so beliebt ist, so eng mit der Stadt Köln verbunden ist.Tatsächlich habe ich trotz meiner großen Affinität zu historischen Parfums noch kein Projekt und keinen konkreten Weg definiert. Andererseits weiß ich, dass das Betreten eines noch unbekannten Archivs wie ein riesiger Schrank mit vielen Schubladen ist, von denen die meisten voll und andere leer oder halb leer sind. Die Schubladen, die mich am meisten anziehen, sind immer die leersten. Sie geben mir immer wieder zu denken: Was sollte dort aufbewahrt werden, das ist nicht da? Und warum ist es nicht da? Die Antworten auf diese Fragen erschienen mir immer aufschlussreicher für eine Gesellschaft als die Dokumente, die in den immer vollen Schubladen aufbewahrt werden."

Rosângela Rennó / RWWA
„Eaux des Colonies“ 
Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK)
21. Mai –  4. Juli 2021

Mehr Informationen zur Künstlerin hier: http://www.rosangelarenno.com.br/.

Starting Point

2020
Competition: part of the collection Eau de Cologne counterfaits © Rôsangela Rennó / Stiftung RWWA (file #33-GN238)