Joan Fontcuberta

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© Damian Zimmermann


Joan Fontcuberta (*1955 in Barcelona / Spanien) lebt und arbeitet in Barcelona. Fontcuberta schloss 1977 sein Studium der Kommunikation an der Autonomen Universität von Barcelona ab. Seit 1993 ist er Professor für Kommunikationswissenschaften an der Universität Pompeu Fabra in Barcelona.

Der spanische Künstler Joan Fontcuberta verhandelt in seinem künstlerischen und theoretischen Schaffen große Themen der Menschheit, z.B. Natur und Technik. In seinen Arbeiten schafft er ein visuelles Universum, indem Wahrheit und Fiktion eng miteinander verwoben sind. Fontcuberta reflektiert die der Fotografie zugeschriebene Beweiskraft und führt dieses Versprechen mit Sinn für Humor und scharfem Witz ad absurdum. Damit nimmt er aus dem künstlerischen Schaffen heraus Bezug auf die Verwendung von Fotografie in den angewandten Bereichen wie Wissenschaft, Politik oder Religion.

In der frühen Serie Sputnik (von 1997), die 2015 mit dem Hasselblad Award ausgezeichnet wurde, spielt Fontcuberta mit den Sehnsüchten und Visionen, die Menschen mit der Idee verbinden, den Weltraum zu bereisen. Er entwirft den fiktiven Astronauten Ivan Istochnikov (die nächstgelegene russische Übersetzung von Joan Fontcuberta), der unter seltsamen Umständen im Weltraum untergeht. Um der Geschichte Authentizität zu verleihen, verwendet der Künstler eine Vielzahl von historischen Dokumenten.

"Das Archiv ist die Bastion der Erinnerung und seine Macht ist in Festungen geschützt, in denen Dokumente unregelmäßig gesammelt werden. Sie ist die Hüterin der Orte, die die Autorität haben, den Zugang zu Informationen zu erhalten. Diesen Zugang zu verwalten bedeutet, den Schlüssel zu Wissen und Geschichten zu haben. Damit wird das Archiv zu einem wiederkehrenden Ort für das zeitgenössische Kunstschaffen.

Es gibt Archive, die von Opazität und Intoleranz beherrscht werden, die zweifellos die Panik ausdrücken, das Monopol über die Geschichte zu verlieren. Die Zensur ist ihr Schild und dann reagiert der Künstler als Hacker, indem er diese entführten Stimmen durchsickert und verbreitet. Aber glücklicherweise gibt es auch Archive, die das Ergebnis des Wunsches nach Freiheit, Transparenz und Demokratie sind. Wenn die Akte für die freie Interpretation offen ist, ist es, als ob wir unsere Intelligenz in eine neue Höhle von Ali Baba investieren. Meine künstlerischen Projekte haben sich nebenbei oder mit Schwerpunkt auf Archiven beschäftigt, und die daraus resultierenden Werke sind mit dem Schatz, den ich entdecken konnte, erfolgreich geworden." Joan Fontcuberta, Dezember 2019

Mehr Informationen zum Künstler hier: www.fontcuberta.com

Joan Fontcuberta ist eingeladener AMA-Künstler im Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR).